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Magnetfelder beeinträchtigen mechanische Uhren

Auch wenn es nie gründlich untersucht wurde, spricht einiges dafür, dass Menschen keinen Magnetsinn besitzen. Während sich Zugvögel vermutlich am Magnetfeld der Erde orientieren, spüren wir Menschen weder natürlichen Magnetismus noch die zahlreichen Magnetfelder aus Lautsprechern, Mikrowellen und Induktionsherden, Smartphones, ja sogar Verschlüssen von Taschen und Brillenetuis.

Mechanische Uhren sind da weit sensibler. Schon Magnete geringer Stärke können sie aus dem Takt bringen und ihre Ganggenauigkeit beeinflussen. Die Wirkung ist seit über hundert Jahren bekannt, eine erste antimagnetische Uhr stammt aus 1915.

Weicheisen schützt vor Magnetfeldern

Wissenswertes Magnetfelder 2

Wissenswertes Magnetfelder. Foto: Uhrenmeister

Im Segment der Armbanduhren finden antimagnetische Arbeitsuhren seit den 1950er Jahren Verbreitung. Wer im Bereich eines Magnetfelds eine ungeschützte Uhr auf Countdown stellen und anschließend starten möchte, kann eine böse Überraschung erleben.

Selbst bei Quartzuhren läuft der Countdown einfach nicht los. Zwar ist das Quartzwerk gegen magnetische Einflüsse recht unempfindlich, aber Zeiger aus ferromagnetischem Material können schlichtweg hängenbleiben, wenn die magnetischen Kräfte zu stark sind. Und so führt Magnetismus auch bei der gewöhnlichen Anzeige der Uhrzeit zu Ungenauigkeiten.

Eine Möglichkeit, Uhrwerke vor magnetischen Einflüssen zu schützen, ist die Verwendung eines Innengehäuses aus Weicheisen, das nach dem Prinzip eines faradayschen Käfigs gegen Magnetfelder abschirmt. Diese Technik wird vor allem dann eingesetzt, wenn eine Uhr ständig oder regelmäßig Magnetismus ausgesetzt ist.

Ferromagnetische Materialien vermeiden

Die Kaufberatung Uhrenmeister im Internet nennt neben Gold und Silber auch Edelstahl als eines der wesentlichen Materialien, aus denen Luxusuhren heute hergestellt werden. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, Edelstahl sei nicht magnetisch (oder besser gesagt magnetisierbar).

Denken Sie nur an Messer aus Edelstahl, die problemlos an einer Magnethalterung in der Küche haften. Für die Herstellung einer antimagnetischen Uhr muss deshalb sogenannter austenitischer Chrom-Nickel-Stahl verwendet werden, der nicht magnetisierbar ist. Unruhspiralen werden zum Beispiel aus nicht magnetisierbarem Silizium oder Glucydur hergestellt.

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